Auf einem Logistikgelände herrscht Betrieb: Speditionen kommen und fahren, oft im Minutentakt. Unser Kunde wollte zwei Dinge gleichzeitig erreichen: eine lückenlose Protokollierung aller Zufahrten und ein Einfahrtstor, das sich für berechtigte Fahrzeuge automatisch öffnet. Die Lösung: KI-gestützte Kennzeichenerkennung, eingebunden in die vorhandene Technik.
Die Ausgangslage
Muss das Tor für jedes Fahrzeug einzeln freigegeben werden, kostet das Zeit, führt zu Rückstau an der Einfahrt und hinterlässt schnell Lücken in der Dokumentation. Ziel war deshalb ein Ablauf ohne manuelles Eingreifen. Gleichzeitig war auf dem Gelände bereits Videotechnik vorhanden, die weiter genutzt werden sollte.
Bestand nutzen statt neu kaufen
Moderne Kameras können Kennzeichen heute direkt auf dem Gerät erkennen. In diesem Projekt haben wir trotzdem einen anderen Weg gewählt: Die vorhandenen Kameras blieben im Einsatz, die Auswertung übernimmt ein externer KI-Server. Er analysiert die Videobilder der Zufahrt, erkennt die Kennzeichen und gleicht sie mit den hinterlegten Berechtigungen ab.
Für den Kunden hat das einen klaren Vorteil: Die bestehende Investition in Kameratechnik bleibt erhalten, und die neue Funktion kommt ohne Austausch der Hardware dazu.
Vom Kennzeichen zum offenen Tor
Erkennt die KI ein berechtigtes Fahrzeug, geht ein Signal an ein zentral konfiguriertes I/O-Modul. Dieses steuert das Einfahrtstor und ist kompatibel zu den bestehenden Steuerungselementen. Die vorhandene Torsteuerung musste also nicht ersetzt werden, sie wird lediglich um einen zusätzlichen Auslöser ergänzt.
Fahrzeuge ohne Berechtigung lösen keine Öffnung aus: Schranke bzw. Tor bleiben geschlossen.
Berechtigungen lassen sich zentral pflegen: Neue Speditionen werden hinterlegt, abgelaufene entfernt, ohne dass jemand an der Anlage selbst eingreifen muss.
Regeln, die der Kunde bestimmt
Das System folgt den Vorgaben des Kunden, nicht umgekehrt. Alle Regeln sind individuell anpassbar, zum Beispiel:
- Zeitfenster: Einfahrt nur zu vordefinierten Zeiten, etwa während der Anlieferzeiten
- Berechtigungen: einzelne Fahrzeuge, ganze Speditionen oder befristete Freigaben
- Speicherdauer: wie lange Zufahrtsprotokolle aufbewahrt und wann sie gelöscht werden
- Zugriff: wer die Protokolle einsehen darf, etwa nur die Disposition
So lässt sich die Lösung an die Abläufe am Standort und an die Datenschutzvorgaben des Unternehmens anpassen.
Jede Zufahrt dokumentiert
Parallel zur Torsteuerung protokolliert das System jede Zufahrt der Speditionsfahrzeuge mit Kennzeichen und Zeitpunkt. So ist jederzeit nachvollziehbar, wer wann auf dem Gelände war. Das ist hilfreich für die Disposition, bei Reklamationen und im Sicherheitsfall.
Das Ergebnis
Speditionen fahren ohne Wartezeit ein, das Personal an der Einfahrt wird entlastet, und die Zufahrten sind lückenlos dokumentiert. Möglich wurde das, ohne Kameras oder Torsteuerung auszutauschen: Die KI kam als Ergänzung dazu, nicht als Ersatz.