Ein Industriebetrieb der kritischen Infrastruktur, ein weitläufiges Areal und ein Werkschutz mit klaren Vorgaben: Für dieses Projekt galt ein Sicherheitsniveau, bei dem Kompromisse keine Option sind. Wir haben die Videotechnik von der Projektierung bis zur Aufschaltung auf die Wachzentrale umgesetzt, vollständig On-Premises, auf einem eigenen, dedizierten Netzwerk und in Abstimmung mit der Feuerwehr.
Die Anforderungen
Systemrelevante Anlagen müssen gegen unbefugten Zutritt, Sabotage und Störungen geschützt werden. Gleichzeitig geht es um die Sicherheit der Menschen, die auf dem Gelände arbeiten. In die Planung flossen deshalb mehrere Themen gleichzeitig ein:
- Einhaltung der Werkschutzvorgaben des Betreibers
- lückenloser Perimeterschutz entlang der Geländegrenze
- Überwachung sensibler Bereiche mit Zutrittsbeschränkung
- Sicherheit der Menschen auf dem Gelände, mit einer rund um die Uhr besetzten Zentrale
- keine Abhängigkeit von Cloud-Diensten oder externen Netzen
Das Konzept wurde zudem mit der Feuerwehr abgestimmt. So ist sichergestellt, dass die Sicherheitstechnik die Abläufe im Brand- und Notfall unterstützt und nicht behindert.
Ein eigenes Netz für ein großes Gelände
Die Größe des Areals machte klassische Verkabelung allein unwirtschaftlich. Wir haben deshalb ein vollständig dediziertes Netzwerk aufgebaut, das ausschließlich der Sicherheitstechnik dient. Punkt-zu-Punkt-Verbindungen per Richtfunk und Glasfaser überbrücken die großen Distanzen zwischen den Standorten auf dem Gelände.
Die Netzknoten sind im Ring verbunden. Fällt eine Verbindung aus, läuft der Datenverkehr automatisch über den anderen Weg weiter. Für eine Anlage, die rund um die Uhr verfügbar sein muss, ist diese Redundanz kein Extra, sondern Voraussetzung.
KI und Wärmebild, wo es darauf ankommt
Für Bereiche mit Zutrittsbeschränkung setzen wir KI-gestützte Videoanalyse ein. Sie erkennt, wenn Personen oder Fahrzeuge definierte Zonen betreten, und unterscheidet dabei zuverlässig zwischen relevanten Ereignissen und Störgrößen.
An ausgewählten Positionen kommen zusätzlich Wärmebildkameras mit KI-Erkennung zum Einsatz. Sie arbeiten unabhängig vom Licht, erkennen Personen auch bei Dunkelheit, Nebel oder Gegenlicht und eignen sich damit besonders für den Perimeter, wo herkömmliche Kameras an ihre Grenzen kommen.
Ein Lagebild in der Wachzentrale
Alle Kameras, Analysen und Alarme laufen in der Wachzentrale des Werkschutzes zusammen, die rund um die Uhr besetzt ist. Es sitzt also immer jemand vor dem Lagebild, der im Ernstfall sofort reagiert und Hilfe für Menschen auf dem Gelände veranlassen kann. Mehrere Arbeitsplätze haben jeweils eigene, auf ihre Aufgabe zugeschnittene Live-Ansichten. So sieht jeder Mitarbeitende genau die Bereiche, für die er zuständig ist, und Alarme landen dort, wo sofort gehandelt werden kann.
Das Ergebnis
Der Betreiber verfügt über eine Videoschutzanlage, die das gesamte Gelände abdeckt, auf einem eigenen redundanten Netz läuft und keine Daten nach außen gibt. Der Werkschutz arbeitet mit einem gemeinsamen Lagebild, KI und Wärmebildtechnik reduzieren Fehlalarme und erkennen Ereignisse auch dann, wenn das menschliche Auge nichts mehr sieht. Und weil die Planung mit der Feuerwehr abgestimmt ist, fügt sich die Anlage auch in das Notfallkonzept des Standorts ein.